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Forschungsprojekte rund um die Bündner Sprachen

Name
Eckhardt
Vorname
Oscar
Email
oscar.eckhardt@kulturforschung.ch
Telefon/Mobile
+41 81 252 56 27
Akademischer Titel
Dr. phil. I
Titel der Studie
Regionalisierung der Dialekte im Churer Rheintal
Bereich
Dialektologie
Bereich
Soziolinguistik
Bereich
Sprachgeschichte
Bereich
Sprachwandel
Bereich
Einstellungen
Bereich
Varietätenlinguistik
Beteiligte Institute/Institutionen
Institut für Kulturforschung Graubünden
Erforschte Sprache
Deutsch/Alemannisch
Art der Forschung
eigenes Forschungsprojekt
Umschreibung der Studienziele
Das Forschungsprojekt „Churerdeutsch als Regionalsprache“ (Arbeitstitel) geht von der folgenden These aus: Im Raum Chur hat sich in den letzten 60 Jahren eine alemannische Mundart entwickelt, die – stark von der Churer Stadtmundart beeinflusst – zu einer Regionalmundart geworden ist. Es sollen in der Studie die alemannischen Dialekte verschiedener Ortschaften mit dem Churer Dialekt verglichen werden, darunter auch Dialekte von Ortschaften, die im Sprachatlas der deutschen Schweiz (SDS) noch als romanisch dargestellt werden und deshalb nicht kartiert wurden. Im an Chur angrenzenden Domat/Ems zum Beispiel ist der romanischsprachige Sprecheranteil inzwischen auf 11 Prozent gesunken und die Romanischsprachigen sind alle zweisprachig.
Ausgangspunkt unseres Forschungsvorhabens bilden die Sprachaufnahmen des Sprachatlasses der Deutschen Schweiz (SDS) für Chur und für die umliegenden Ortschaften. Die Aufnahmen für den SDS erfolgten in den 1950er-Jahren. Sie bilden eine solide Basis für viele dialektologische Forschungen in der Schweiz.
Im Vergleich mit den heutigen Mundarten, wofür neue Erhebungen angestellt werden, wird sich zeigen, ob die zu untersuchenden Ortsmundarten ihre typischen Merkmale konserviert haben, die sie einst von der Churer Stadtmundart abgrenzten. Wo keine SDS-Daten vorhanden sind, wird sich zeigen, welche alemannische Mundart heute gesprochen wird.
Zur Beantwortung der genannten Fragestellung, müssen ausgehend vom Churer Basisdialekt vier verschiedene Vergleiche vorgenommen werden:

Vergleich 1 (horizontaler-arealer Vergleich): Churerdeutsch gemäss SDS // Dialekte der Ortsmundarten gemäss SDS.
Vergleich 2 (vertikaler Vergleich): Churerdeutsch gemäss SDS // heutiger Churer Dialekt.
Vergleich 3 (vertikaler Vergleich): Dialekte der Ortsmundarten gemäss SDS // heutige Dialekte der Region.
Vergleich 4 (horizontal-arealer Vergleich): heutiger Churer Dialekt // Dialekte der Ortsmundarten.
Das aktuelle Material für die Vergleiche wird mit einem für diese Studie zu entwickelnden Questionnaire schriftlich und mündlich erhoben. Zudem sollen auch sprachbiographische Informationen und Aussagen zum Sprachgebrauch erfasst werden. Reichliches Spontanmaterial aus der Sammlung des Bearbeiters und die Daten des Forschungsprojektes „Deutsch und Romanisch am Hinterrhein“ dienen der Ergänzung der Daten.

Es ist vorgesehen, in Chur und weiteren 10 Ortschaften aktuelle Daten zu erheben. In jeder Ortschaft sollen fünf „Einheimische“ und fünf „Zuzüger“ befragt werden. Ein Fragebogen mit rund 50 Markern vermittelt ein Resultat, das eher in die Breite als in die Tiefe geht. Die gewonnenen Daten werden unter anderem auch georeferenziert als Karten dargestellt, die aufzeigen, in welche Richtung sich die einzelnen Dialekte verändert haben.
Beschreibung der angewandten Methode
Datenerhebung mit Fragebogen, Interviews und Sprachaufnahmen.
Die Sprachaufnahmen werden, soweit nötig, transkribiert und mit Hilfe einer Datenbank ausgewertet.
Laufdauer der Studie von:
01.01.2012
Laufdauer der Studie bis:
31.12.2014
Form der Publikation
Buch
Finanzierung durch
SNF
Bibliographische Angaben zur Studie
-
Bearbeitungsstand der Studie
in Arbeit
Link zur Studie
-
Name, Vorname (Stv)
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